Eine Hirtenfamilie, 1.700 Schafe und 40 Tage Transhumanz
– ein Dokumentarfilm über die Zukunft der extensiven Weidewirtschaft
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Der in Trujillo vorgestellte Dokumentarfilm „Generación trashumante“
begleitet eine der letzten transhumanten Hirtenfamilien Spaniens auf ihrem Weg
zwischen Extremadura und León
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Der Film ist Teil des Projekts Caminos Trashumantes und steht im
Zusammenhang mit dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen
Jahr der Weidelandschaften und Hirten 2026
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Thematisiert werden die Bedeutung des Pastoralismus, der Viehtriebsweges
sowie der Generationswechsel im ländlichen Raum
Trujillo, Montag, 18. Mai 2026
– In Trujillo wurde der Dokumentarfilm „Generación trashumante“
vorgestellt. Der Film
begleitet eine der letzten transhumanten Hirtenfamilien Spaniens, die noch
heute gemeinsam mit ihrer Herde zu Fuß durchs Land zieht.
Im Mittelpunkt stehen José Manuel und seine
Familie, die mit ihren 1.700 Schafen entlang einer historischen Route zwischen
Extremadura und den Bergen von León unterwegs sind. Die Route wird seit mehr
als fünf Jahrhunderten genutzt und steht exemplarisch für eine Lebensweise, die
eng mit Landschaft, nachhaltiger Weidenutzung und der Weitergabe traditioneller
Kenntnisse verbunden ist – und deren Zukunft heute zunehmend unsicher
erscheint.
Regie führte Raúl González,
produziert wurde der Film von Basic Films. Mit dabei ist außerdem die Sängerin
María José Llergo, die sich der Reise anschließt und damit Teil eines Projekts
wird, das Musik, Erinnerung, Landschaft, Nachhaltigkeit und ländliche Kultur
miteinander verbindet.
Die Präsentation fand im Rahmen des
Internationalen Jahres der Weidelandschaften und Hirten 2026 statt, das von den
Vereinten Nationen initiiert wurde. Die Initiative hebt die Bedeutung
pastoraler Lebensweisen für Biodiversität, Ernährungssicherheit, Landschaftspflege
und die Zukunft ländlicher Räume hervor.
Extensive Weidewirtschaft, Landschaftspflege
und Generationenwechsel
„Generación trashumante“ zeigt eine Lebensform, die auf
nachhaltiger Nutzung natürlicher Weideflächen, dem Erhalt von
Kulturlandschaften und der Weitergabe eines traditionellen Berufs basiert –
eines Berufs, dessen Fortbestand heute vielerorts gefährdet ist.
Jedes Jahr brechen José Manuel und seine
Familie zu ihrer traditionellen Wanderung zwischen Extremadura und León auf.
Ausgehend von dieser Reise greift der Film zentrale Fragen auf, die für
Landwirtschaft und ländliche Regionen von wachsender Bedeutung sind: den
fehlenden Nachwuchs in der Weidewirtschaft, die Zukunft extensiver Tierhaltung,
den Schutz der Viehtriebswege und den Erhalt offener Landschaften.
In Huertas de Ánimas bei Trujillo bereiten
Carmen, José Manuel und ihre Kinder den neuen Aufbruch entlang der Cañada
Real Leonesa Occidental vor. Begleitet werden sie von Angehörigen, anderen
Hirten sowie zwei Personen, die dem Weg zusätzliche Perspektiven verleihen: der
Sängerin María José Llergo und Maxi, einem Hirten deutscher Herkunft, der eng
mit dieser Lebensweise verbunden ist.
Während der Wanderung bestimmt die Herde den
Rhythmus des Tages. Der Film macht deutlich, wie unmittelbar die Transhumanz
noch immer mit Territorium, Jahreszeiten und Landschaft verbunden ist.
Gleichzeitig zeigt er die körperliche Belastung dieser Tradition – ebenso wie
ihren ökologischen, wirtschaftlichen, kulturellen und menschlichen Wert.
Viehtriebswege als lebendige
Infrastruktur des ländlichen Raums
Die UNESCO erklärte die Transhumanz 2023 zum
Immateriellen Kulturerbe der Menschheit. In Spanien ist sie Teil eines
historischen Netzes von mehr als 125.000 Kilometern Viehtriebswegen, die über
Jahrhunderte hinweg Regionen, Weideflächen, Dörfer und ländliche
Wirtschaftsräume miteinander verbunden haben.
Der Dokumentarfilm zeigt dieses Netz als
lebendige Infrastruktur des ländlichen Raums, die bis heute von konkreten
Menschen, Familien und Herden getragen wird. Zugleich wirft er Fragen auf, die
für die Zukunft des Sektors entscheidend sind: Wer wird diese Wege erhalten?
Wie können Weideflächen geschützt werden? Welche Rolle spielt extensive
Tierhaltung künftig bei der Landschaftspflege? Und wie lässt sich der
Generationenwechsel in ländlichen Regionen sichern?
Drehbuchautor Jaime Pire beschreibt den Film
als „eine unmittelbare Annäherung an Menschen, die mit ihrer Arbeit eine
Verbindung zwischen Lebensmittelproduktion, Biodiversität, Kultur, Landschaft
und Erinnerung bewahren“.
Caminos Trashumantes
„Generación trashumante“ ist Teil des Projekts Caminos Trashumantes, einer
Initiative zur kulturellen und sozialen Wiederbelebung der Viehtriebswege und
der transhumanten Kultur als Bestandteil des ländlichen Erbes Spaniens.
Getragen wird das Projekt von der Fundación
Monte Mediterráneo, Cesefor, der Gemeinde Checa, Wild Watching Spain und der
Agentur COW. Unterstützt wird es vom spanischen Ministerium für Industrie und
Tourismus im Rahmen des Programms Experiencias Turismo España. Die Finanzierung
erfolgt über Mittel des europäischen Aufbauprogramms Next Generation EU.
Inzwischen umfasst das Netzwerk mehr als 370
Akteure aus dem ländlichen Raum und erreicht über 400 Gemeinden in zehn
autonomen Regionen Spaniens – insbesondere Gebiete, die von Entvölkerung
betroffen sind. Die aktivierten transhumanten Wege sind Teil des mehr als
125.000 Kilometer umfassenden Netzes historischer Viehtriebswege, das den
ländlichen Raum Spaniens bis heute prägt.
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Óscar Delgado
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